Stadwerke Oberkirch engagiert sich im Klimaschutz
Oberkirch stellt kommunale Gebäude für Photovoltaikanlagen zur Verfügung

Unser Foto zeigt die bereits bestehende Photovoltaikanlage auf dem Dach des Forums des Hans-Furler-Gymnasiums, welche von den Stadtwerken Oberkirch betrieben wird. Das Sonnenkraftwerk hat eine Leistung von 15,8 kWh.
 
Schon seit vielen Jahren engagiert sich die Stadt Oberkirch und die Stadtwerke Oberkirch GmbH vorbildlich im Bereich des Umwelt- und Klimaschutzes. Oberbürgermeister Matthias Braun sieht „Umwelt- und Klimaschutz als die großen Herausforderungen unserer Zeit an“. Hier stünden auch die Städte und Gemeinden in der Verantwortung, betonte das Stadtoberhaupt. Bereits seit dem Jahr 1999 werden die städtischen Liegenschaften im Rahmen des kommunalen Energiemanagements von einem privaten Dienstleister begangen und auf Einsparpotentiale hin untersucht. Die dabei realisierten Maßnahmen im Bereich der Technik brachten bereits erste Erträge. Im Wege des kommunalen Energiemanagements konnten alleine die CO2-Emmissionen gegenüber den Vorjahren um 3.300 Tonnen gesenkt werden. Dies entspricht dem jährlichen CO2-Ausstoß von 660 Einfamilienhäusern.

Erhöht wurden die Energieeinsparungen noch dadurch, dass die Stadt Oberkirch für die energetische Sanierung ihrer Gebäude mehrere Millionen Euro in den vergangenen Jahren investiert hat. Alleine die Städtische Baugesellschaft hat seit 2001 knapp 2 Mio. Euro im Bereich der energetischen Sanierung investiert. So wurden über 200.000 Euro in moderne Fenster angelegt. Nahezu bei jeder Baumaßnahme der Hochbauabteilung der Stadt Oberkirch werden Energieeinsparungen umgesetzt. Ob moderne Fassaden- und Dämmtechnik oder etwa der Einbau optimierter Heizungsanlagen.

Förderprogramm schnell ausgeschöpft
Zum 1. Januar 2008 wurde das sehr erfolgreiche Förderprogramm „Energiesparen und Klimaschutz“ gestartet. Das Programm war mit 25.000 € dotiert. Gefördert wurden die unterschiedlichsten Maßnahmen von Hauseigentümern. Vom einfachen Energiesparcheck bis hin zu konkreten Sanierungsmaßnahmen in den Bereichen Wärmedämmung, Heizungsanlagen und Kraft-Wärme-Kopplung. Eine Besonderheit für den badischen Raum war die Ermäßigung durch das Förderprogramm, welche für den Erwerb von städtischen Bauflächen gewährt wurde, wenn vom Bauherrn eine besonders energiesparende Bauweise eingesetzt wurde. Nachdem die Fördersumme binnen kürzester Zeit ausgeschöpft wurde, startet die Stadt Oberkirch nun ein weiteres Programm im Bereich des Klimaschutzes.

„Denn gerade mit lokalen Maßnahmen muss dieses globale Problem angegangen werden“, betonte Oberbürgermeister Matthias Braun bei der Vorstellung des Projektes „Bürger-Solarstromanlagen“. Dazu stellt Oberkirch geeignete kommunale Dachflächen für den Betrieb von privaten Photovoltaikanlagen zur Verfügung.

 

In einer im Ortenaukreis einmaligen Vorgehensweise wurden alle städtischen Liegenschaften auf ihre Eignung als Standort für eine Solarstromanlage hin untersucht. Von den 95 Dächern wurden bislang knapp die Hälfte untersucht. Für 17 Gebäude gibt es eine positive Einschätzung zum Aufbau einer Solaranlage. Rund 33 Gebäude scheiden aus verschiedensten Gründen für solch eine Anlage aus. Ausschlussgründe sind unter anderem eine zu starke Verschattung durch benachbarte Gebäude oder Bäume sowie eine zu schlechte Südausrichtung der Hauptdachfläche. Teilweise scheidet der Aufbau einer Anlage auch aufgrund des unterhaltungsbedürftigen Zustands eines Daches oder seiner Dachform aus. Die noch zu begutachtenden Dächer werden bis zum Ablauf des Jahres auf ihre Eignung untersucht.

Starke Resonanz
Seit der Vorstellung des Projektes „Bürger-Solarstromanlagen“ haben sich bereits mehrere Dutzend Interessenten beim Stadtbauamt Oberkirch gemeldet, welche auf kommunalen Dachflächen eine Solarstromanlage betreiben wollen. Dies erklärte Stadtbaumeister Peter Bercher im Gespräch. „Bis zum 28. April 2008 können sich Interessenten beim Stadtbauamt melden und eine Absichtserklärung über den Betrieb einer Solaranlage abgeben“, so der Stadtbaumeister. Dabei sind zwei Modelle möglich. Der Betrieb der Anlage in eigener Regie oder durch eine Beteiligung an einer Betreibergesellschaft mit einer Kapitaleinlage. Auf den bereits jetzt untersuchten Dächern steht eine Gesamtleistung von 430 kWp zur Verfügung, auf denen eine Photovoltaikanlage wirtschaftlich betrieben werden kann.

Nach dem 28. April erfolgt eine Zuordnung der Projektinteressenten zu den potentiellen Dachflächen. Diese Zusammenstellung wird dem Bau- und Umweltausschuss vorgelegt, welcher in öffentlicher Sitzung letztlich die Zuteilung der Dachflächen und Projektbetreiber vornimmt. Nach Freigabe der jeweiligen Zuordnung Interessent/Dachfläche können die Vorbereitungen zur Erstellung der ersten Anlagen konkret vorgenommen werden. Im günstigsten Fall rechnet das städtische Bauamt mit einer Umsetzung ab Mitte des Jahres.

Durch die nun erfolgte Bereitstellung von Dachflächen auf städtischen Liegenschaften für das Projekt „Bürger-Solarstromanlagen“ wird die Stadt Oberkirch ihre Position im Rahmen der Nutzung von regenerativen Energien im Ortenaukreis noch weiter ausbauen können. Damit dürfte Oberkirch zur heimlichen Solarstadt der Ortenau werden.


Bürger Solarstromanlagen
Steckdose Sonne: Steigen Sie der Stadt aufs Dach
Stadt stellt Dächer für Bürger-Solarstromanlagen zur Verfügung

Nach dem sehr erfolgreichen Förderprogramm „Energie sparen und Klimaschutz“ der Stadt Oberkirch stellt die Renchtalmetropole nun ein neues Modell zur Förderung von regenerativen Energien vor. Die Stadt Oberkirch stellt ihre Dachflächen zur Montage von Solaranlagen durch Oberkircher Bürger zur Verfügung. Dadurch will die Stadt einen weiteren aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten. Durch die Bereitstellung von Dachflächen kommunaler Liegenschaften soll die umweltschonende Stromerzeugung mittels Solaranlagen in Oberkirch weiter ausgebaut werden. Ziel der Stadt Oberkirch ist es, engagierten Bürgern, welche über keine geeigneten eigenen Dachflächen verfügen, einen Anreiz zu schaffen, eigene Solaranlagen auf den städtischen Dächern zu errichten.

„Mit dem Modell der Bürger-Solarstromanlagen baut Oberkirch seinen aktiven Beitrag am Klimaschutz weiter aus“, unterstrich Oberbürgermeister Matthias Braun in einer ersten Stellungnahme. Um interessierten Bürgern die Beteiligung zu erleichtern, wurden vom Stadtbauamt Oberkirch zwei Betriebs- bzw. Beteiligungsmodelle entwickelt:

1. Kapitalgebundene Beteiligung:
Hier übernimmt eine professionelle Betreibergesellschaft sämtliche Aufgaben von der Beschaffung und dem Betrieb der Solaranlage sowie die Anmietung der Dachfläche. Der Bürger kann über eine Kapitalbeteiligung Teilhaber der Gesellschaft werden und erhält eine vertraglich fest vereinbarte Rendite. Die Einspeisevergütung nach dem EEG wird an die Gesellschaft ausbezahlt.

2. Eigene Anlagen:
Hier können Einzelpersonen oder Investorengruppen ihre eigenen Solaranlagen realisieren. Der Investor ist selbst für die Beschaffung der Solaranlage zuständig und mietet die Dachfläche an. Sämtliche Betriebsrisiken, aber auch die Ausschüttung der Einspeisevergütung, verbleiben beim Investor.

Nach heutiger Einschätzung, Stand April 2008, verfügt die Stadt Oberkirch über Dachflächen, auf denen sich insgesamt Anlagen mit einer voraussichtlichen Gesamtleistung von rund 400 kW installieren lassen. Je nach Dachgröße können die Einzelanlagen zwischen 4 und 60 kW Leistung betragen.

Interessierte Bürger, die eine eigene Bürger-Solarstromanlage haben wollen oder aber an einem Beteiligungsmodell teilhaben möchten, können sich anhand des hier zum herunterladen bereitgestellten Formblatts gegenüber der Stadt Oberkirch entsprechend äußern. Das Formblatt kann auch über das Bürgerbüro der Stadt Oberkirch und das Stadtbauamt bezogen werden. Die Stadt wird dann anhand der eingegangenen Absichtserklärungen Zuteilungen geeigneter Dachflächen an den jeweiligen Investor bzw. Betreiber in Abstimmung mit dem Gemeinderat zuteilen. Die Stadt Oberkirch stellt ihre Dachflächen zur Montage von Solaranlagen durch Oberkircher Bürger zur Verfügung.

>> Absichtserklärung als PDF Datei downloaden


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