Trinkwasserqualität Erläuterungen
| Trinkwasserqualität Erläuterungen |
| Beschreibung | Erläuterung |
| Wasserhärte | Wird hervorgerufen durch Calicum- und Magnesiumsalze. Sie ist die Ursache für Ablagerungen in Rohren, Kesseln und sonstigen Gefäßen. Mit der Härte erhöht sich der Seifenverbrauch, weil sich mit der Seife unlösliche und für den Waschvorgang unbrauchbare Kalkseifen bilden. Zu unterscheiden ist zwischen Karbonathärte und Nichtkarbonathärte. Die Karbonathärte wird gebildet durch Magnesium- und Calciumsalze der Kohlensäure. Calcium- und Magnesiumcarbonate fallen bei der Erhitzung von Wasser teilweise aus und schlagen sich an den Wänden von Rohren und Gefäßen nieder. Mit Rücksicht auf die Schutzschichtbildung in verzinkten Rohren und Kesseln ist eine Karbonathärte von mindestens 1 mmol/l (etwa 2,8 deutsche Härtegrade) wünschenswert. Bei unlegierten und niedrig legierten Eisenwerkstoffen etwa das Doppelt. Die Nichtkarbonathärte wird hervorgerufen durch die anderen Calcium- und Magnesiumsalze, vor allem durch Gips, und meist als Bleibende Härte bezeichnet. Beim Eindampfen von Wasser bleiben die Sulfate ebenso wie die Carbonate und alle anderen Salze im Gefäß zurück. Die Gesamthärte entspricht der Summe aus Karbonathärte und Nichtkarbonathärte. Andererseits ist die Gesamthärte die Summe der Calcium- und Magnesium-Ionenkonzentrationen in Millimol je Liter (mmol/l). Als Maß für die Wasserhärte ist der früher übliche Deutsche Härtegrad (dH) aufgrund des Einheitengesetzes von 1969 nicht mehr zugelassen, wird aber in der Praxis noch oft verwendet. Nach dem Waschmittelgesetz müssen auf den Packungen Dosierempfehlungen für 4 Härtebereich angegeben werden. Als Härtebereich sind festgelegt: Härtebereich weich: weniger als 1,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter (entspricht 8,4 °dH) Härtebereich mittel: 1,5 bis 2,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter (entspricht 8,4 bis 14 °dH) Härtebereich hart: mehr als 2,5 Millimol Calciumcarbonat je Liter (entspricht mehr als 14 °dH) Für gesundheitliche Gesichtspunkte ist die Härte nicht wesentlich, aber hartes Wasser schmeckt meist besser als weiches ohne Kohlensäure. Für öffentliche Wasserversorgungsanlagen wird Wasser mit einer Gesamthärte von etwa 0,9 bis 1,8 mmol/l als besonders günstig und als besonders brauchbar angesehen. |
| Basekap. bis pH 8,2 | Ist die Menge an Lauge (=Base) bestimmter Konzentration, die erforderlich ist, um den pH-Wert einer bestimmten Wasserprobe auf 8,2 zu bringen. Dieser Analysenwert wird für verschiedene wasserchemische Berechnungen gebraucht. Er ist näherungsweise auch ein Maß für den Gehalt des Wassers an gelöster Kohlensäure. |
| Sauerstoff | Chemisches Element, farbloses, geruchloses und geschmackloses Gas, das mit rund 20 Volumenprozent in der Luft enthalten ist. Sauerstoff ist lebenswichtig für die Atmung von Mensch, Tier und Pflanze. Deshalb ist er auch in ausreichender Menge gelöst in natürlichen Wässern erforderlich. |
| Sättigungsindex | Ist die Differenz zwischen dem im Wasser tatsächlich herrschendem pH-Wert und dem pH-Wert, den ein Wasser der vorliegenden Zusammensetzung im Zustand der Calcitsättigung haben müßte. Negative Zahlenwerte deuten auf ein calcitlösendes Wasser hin, positive Zahlenwerte sagen aus, daß das Wasser calcitabscheidend ist. |
| Trübung, TE/F | Eine Trübung des Wasser wird durch Kollide und Schwebstoffe verursacht. Sie kann zwar nach der sinnlichen Wahrnehmung angegeben werden (klar, opalisierend, schwach getrübt usw.), es ist aber Vorschrift, die Trübung zu messen. Bei dem Meßverfahren wird die Intensität des unter einem bestimmten Winkel (meist 90 Grad) abgestrahlten Streulichts zur Intensität des einfallenden Lichts in Beziehung gesetzt. Vorübergehende milchige Trübungen unmittelbar nach der Wasserentnahme aus einem Hahn werden in der Regel durch feinverteilte Luftbläschen bei ungenügend entlüfteten Rohrleitungssystemen verursacht. |
| pH-Wert | Ist der negativ dekadische Logarithmus der Konzentration von Wasserstoff-Ionen und ein Maß für den sauren oder basischen Zustand einer Lösung. In reinem Wasser ist der pH-Wert 7 und die Anzahl der Wasserstoff-Ionen sowie der Hydroxid-Ionen gleich groß. Werden dem Wasser Wasserstoff-Ionen zugefügt (Kohlensäure) oder Hydroxid-Ionen entzogen (z. B. Flockung, Enteisenung oder Entmanganung) so wird der pH-Wert niedriger, das Wasser saurer. Umgekehrt weisen pH-Werte von über 7 auf ein Überwiegen von Hydroxid-Ionen hin, wodurch die Reaktion des Wassers basisch (alkalisch) wird. Der pH-Wert von Trinkwasser darf nach TrinkwV nicht unter 6,5 und nicht über 9,5 liegen. |
| El. Leitfähigkeit (25 Grad C) | Gelöste Salze, die im Wasser in Form geladener Teilchen (Ionen) vorliegen, leiten den elektrischen Strom. Die Leitfähigkeit eines Wassers ist also vom Salzgehalt abhängig. Grenzwert nach TrinkwV 2 000 Mikrosiemens pro Zentimenter bei 25 Grad Celsius. |
| Oxdidierbarkeit (MnVII-II) | Wird bei der Wasseruntersuchung errechnet aus dem Kaliumpermanganatverbrauch und als ein Maß für die Verunreinigung mit organischen Stoffen angesehen. |
| Aluminium | Gewinnt in der Wasserversorgung zunehmend an Interesse, seit erkannt wurde, daß durch den sauren Regen im Boden gebundenes Aluminium freigesetzt werden kann. Höhere Aluminiumgehalte im Wasser können auf den Menschen giftig wirken, besonders Dialysepatienten sind gefährdet. Grenzwert nach TrinkwV 0,2 mg/l. |
| Ammonium | Ist Bestandteil des Stickstoffkreislaufs. Es sollte im Trinkwasser nicht vorhanden sein, denn es ist meist ein Hinweis auf eine massive Verunreinigung mit Jauche oder Abwasser. Nur in fast sauerstofffreien, sogenannten reduzierten Wässern kann Ammonium auf natürliche Weise vorhanden sein. Bei der Wasseraufbereitung unter Verwendung von Chlor verbindet sich Ammonium mit Chlor zu Chloraminen. Grenzwert nach TrinkwV 0,5 mg/l. |
| Barium | Wird in etlichen Bereichen der Industrie verwendet und kann über Abwässer ins Trinkwasser gelangen. Alle löslichen Bariumverbindungen sind giftig. Grenzwert nach TrinkwV 1,0 mg/l. |
| Bor | Kommt in der Natur nur als Oxid in Form zahlreicher Mineralien vor. Borgehalte im Grundwasser deuten auf Infiltration von Abwasser oder verunreinigtem Oberflächenwasser hin, weil viele Waschmittel Borverbindungen als Bleichmittel enthalten. Bor ist in Spuren wichtig für Pflanzen. Beim Menschen können Borverbindungen, besonders wenn sie durch Wunden oder Schleimhäute aufgenommen werden, akute Vergiftungen hervorrufen. Grenzwert nach TrinkwV 1 mg/l. |
| Calcium | Ist das dritthäufigste Element in der Erdkruste. Ganze Gebirge sind aus Calciumcarbonat aufgebaut; auch in Form und Calciumsulfat (Gips) bildet es große Lagerstätten. Der Calciumgehalt des Trinkwassers ist medizinisch von untergeordneter Bedeutung. Grenzwert nach TrinkwV 400 mg/l. |
| Chlorid | Ist das Salz der Salzsäure. Sie können im Wasser im Bereich von Salzlagerstätten auftreten, aber auch auf Streusalz, Mineraldünger oder eine Verunreinigung zurückzuführen sein. Chloride in größeren Mengen beeinträchtigen den Geschmack eines Wassers und können Korrosion verursachen. Ein Zusammenhang zwischen Kochsalz-Aufnahme und Bluthochdruck ist vermutlich auf das Natrium zurückzuführen. Grenzwert nach TrinkwV 250 mg/l. |
| Eisen | Kann im Wasser bei fehlendem Sauerstoff gelöst in Form von EisenII-Ionen vorhanden sein. Sobald Sauerstoff zur Verfügung steht, bildet sich EisenIII-Hydroxid Fe, das kaum wasserlöslich ist und als rötlich-brauner, flockiger, leichter Schlamm ausfällt. Grenzwert nach TrinkwV 0,2 mg/l. |
| Kalium | Kommt in der Natur häufig vor und ist für den Menschen lebenswichtig. Höhere Kaliumgehalte im Wasser stammen meist aus den Abraumhalden von Kalibergwerken. Auch eine fäkale Verunreinigung ist als Ursache möglich. Grenzwert nach TrinkwV 12 mg/l. |
| Magnesium | Kommt in der Erdkruste sehr häufig vor und ist beim Menschen für die Aktivierung verschiedener Stoffwechsel-Enzyme und die Dämpfung der Erregbarkeit von Nerven und Muskeln wichtig. Höhere Magnesiumgehalte kommen in Wässern vor, die aus dolomithaltigem Untergrund, z. B. im Bereich von Muschelkalk oder Keuper, stammen. Anthropogene (d. h. vom Menschen verursachte) Magnesiumgehalte können von Überdüngung und von fäkalem oder industriellem Abwasser stammen. Grenzwert nach TrinkwV 50 mg/l. |
| Mangan | Kann wie Eisen in Form von ManganII-Ionen bei fehlendem Sauerstoff im Grundwasser gelöst vorhanden sein. Mit Sauerstoff bildet sich ManganIV-Oxid, das schwer löslich ist und als schwarzbrauner, flockiger, im Wasser schwebender Schlamm ausfällt. Grenzwert nach TrinkwV 0,05 mg/l. |
| Natrium | Ist ein häufiges Metall der Erdkruste und für den Menschen lebenswichtig. Er nimmt Natrium vorwiegend als Kochsalz auf (Natriumchlorid), 3 - 5 g pro Tag sind erforderlich. Die tatsächliche Aufnahme beträgt aber durchschnittlich 11 - 12 g pro Tag. Zu viel Natrium kann schädlich für Säuglinge sein, aber auch bei Erwachsenen Bluthochdruck sowie Herz- und Nierenkrankheiten zur Folge haben. Grenzwert nach TrinkwV 150 mg/l. |
| Sulfat | Sind Salze der Schwefelsäure und in der Erdkruste weit verbreitet, beispielsweise in Form von Gips. Die Ablagerungen können von Wasser aufgelöst werden und ergeben entsprechende Sulfatgehalte im natürlichen Grundwasser. Sulfate gelangen aber auch durch Auswaschung von Handelsdünger und Rauchgasen, durch industrielle Abwässer sowie über Deponiesickerwässer in die Umwelt. Höhere Sulfatgehalte fördern die Korrosion in metallischen Leitungen von Ortsnetz und Hausinstallation; auch Beton und andere zementgebundene Werkstoffe werden angegriffen. Beim Menschen kann sulfathaltiges Wasser zu Magen- und Darmstörungen führen, ab 250 mg/l und mehr wirkt es abführend. Grenzwert nach TrinkwV 240 mg/l. |
| Arsen | Ist ein Metall und in den meisten Böden nachweisbar. Arsenverbindungen werden in der Industrie verwendet, früher auch für Kosmetika und Pflanzenbehandlungsmittel. Akute Vergiftungen mit Erbrechen, Durchfall, Schwäche und Kopfschmerzen können beim Menschen schon ab einer Aufnahme von 2 mg auftreten, für den Erwachsenen sind 100 mg tödlich. Chronische Vergiftung führt zu Nervenschäden, als Spätfolgen wurden Haupt- und Lungenkrebs beobachtet. Grenzwert nach TrinkwV 0,01 mg/l. |
| Blei | Ist im Untergrund weit verbreitet, vor allem in der Umgebung bleiverarbeitender Betriebe. Es wird für die Herstellung von Akkumulatoren verwendet, für Bleirohre, Bleimantelkabel und Pigmente. Organische Verbindungen werden dem Benzin zum Teil noch als Antikopfmittel beigesetzt. Die Bleibelastung der Bevölkerung ist hoch, die Aufnahme erfolgt vorwiegend über Lebensmittel. Akute Bleivergiftungen ergeben Koliken und Krämpfe, Bleiblässe und Bleiablagerungen am Zahnfleischrand. Leichtere Fälle äußern sich durch Schlaflosigkeit, Reizbarkeit, Konzentrationsmangel, Apathie. Grenzwert nach TrinkwV 0,04 mg/l. |
| Cadmium | Ist in der Erdrinde relativ selten. Es fällt als Nebenprodukt bei der Zinkgewinnung an und wird in der Auto-, Farben- und Kunststoffindustrie sowie für Batterien, Photozllen und in Kernreaktoren verwendet. In Ackerböden wird es über cadmiumhaltige Phosphatdünger und über Klärschlamm eingebracht. Im Körper wird Cadmium in der Leber und den Nieren angelagert. Grenzwert nach TrinkwV beträgt 0,005 mg/l. |
| Chrom | Ist ein Spurenelement der Erdkruste und für den Menschen lebenswichtig. Größere Mengen können aber Gesundheitsschäden hervorrufen. Grenzwert nach TrinkwV 0,05 mg/l. |
| Cyanid | Das einwertige Anion er Blausäure. Cyanide kommen in der Natur vor, z. B. in bitteren Mandeln oder Obstkernen. Sie werden auch technisch hergestellt und finden Verwendung bei der Metallgewinnung und Metallverarbeitung sowie in der chemischen Industrie. Cyanidhaltiger Handelsdünger wirkt herbizid. Grenzwert nach TrinkwV 0,05 mg/l. |
| Fluorid | Sind Verbindungen des Fluors, das mit Chlor, Brom und Jod zu den sogenannten Halogenen gehört. Fluoridhaltige Mineralien kommen in Urgesteinen vor, durch Verwitterung werden sie verbreitet. Bei der Metallverhüttung wurden und werden sie als Flußmittel verwendet und können über Abgase und Abwässer in die Umwelt gelangen. Von Bedeutung sind auch die Fluorkohlenwasserstoffe (z. B. Frigen und Freon), die z. T. noch als Kühlmittel und als Teibstoff in Spraydosen dienen. Für den Menschen ist Fluor lebenswichtig, vor allem für den Zahnschmelz, doch liegen notwendige und schädliche Dosis sehr nahe beeinander. Grenzwert nach TrinkwV 1,5 mg/l. |
| Nickel | Ist ein Spurenelement der Erdkruste, wesentlicher Bestandteil des Erdkerns und für den Menschen lebenswichtig. Es wird für Edelstahl- und Kupferlegierungen verwendet, für Akkumulatoren und Katalysatoren. Nickelverbindungen werden in der Galvanotechnik und als Farbpigmente für die verschiedensten Zwecke gebraucht. Für den Menschen ist über den Magen-Darmbereich mit der Nahrung aufgenommenes Nickel in kleinen Mengen ungefährlich. Die Aufnahme größerer Nickelmengen führt aber zu Erbrechen. Eingeatmet ergibt es Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerz; später treten Schäden an Lunge, Leber, Nieren und Nervensystem auf. Nickel und seine Verbindungen können Hautentzündungen und Allergien auslösen. Grenzwert nach TrinkwV 0,05 mg/l. |
| Nitrat | Ist als Eiweißbestandteil ein unverzichtbarer Pflanzenbaustoff und kann von den meisten Pflanzen nur in Form von Nitrat und - in geringem Maß - als Ammonium aufgenommen werden. In geringem Umfang ist es im Oberflächen- und auch im Grundwasser fast immer vorhanden. Nitrat ist vergleichweise ungiftig. Grenzwert nach TrinkwV 50 mg/l. |
| Nitrit | Kann den roten Blutfarbstoff so verändern, daß er nicht mehr in der Lage ist, Sauerstoff von der Lunge zu den Körperzellen zu transportieren. Besonders Säuglinge bis zum 4. Lebensmonat sind empfindlich gegen Nitrit. Aus Nitrit können in Verbindung mit Aminen (Eiweißbausteine) Notrosamine entstehen, von denen einige als krebserregend gelten. Grenzwert nach TrinkwV 0,1 mg/l. |
| Quecksilber | Das Metall ist ein Bestandteil der Erdkruste. Es kommt als Verunreinigung von Kohle, Erdöl und Erdgas, hauptsächlich aber als Schwefelverbindung Zinnober vor. In die Luft gelangt Quecksilber durch die Verbrennung von Kohle, Öl, Gas sowie über Müllverbrennungsanlagen. In den Boden kann es über Pflanzenschutzmittel und durch Düngung mit Klärschlamm kommen. Quecksilber ist für den Menschen giftig, es schädigt bei entsprechender Menge Nerven und Hirn, führt zu Konzentrationsunfähigkeit, Reizbarkeit, Gedächtnisschwund und verursacht Nierenschäden. Grenzwert nach TrinkwV 0,001 mg/l. |
| Halogene | Gruppe der chemischen Elemente Fluor, Chlor, Brom und Jod. Ihre mit Wasserstoff gebildeten Säuren und deren Salze bilden die einfach negativ geladenen Ionen Fluorid, Chlorid, Bromid und Jodid. |
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